Vier Träume vom Kannibalismus. Ein Gott zu Gast im oberen Mittelstand. Ein Gedicht über die Donnerparty. Die Fantasien des Armin Meiwes. Der gegenseitige Konsum in der Liebe. Explizit, surreal, barbarisch. Die Logik des Unbewussten zwischen Stürmen und Gewalt.
Eine Inszenierung kann nur funktionieren, wenn die Bilder des Stückes radikal von der Seite auf die Bühne angepasst werden. Eine genaue Wiedergabe des Geschriebenen scheint kaum möglich oder sinnvoll.
Es können einzelne Träume aufgeführt werden oder alle zusammenhängend, in einer freien Reihenfolge.
Genres: Traumspiel; Absurdes Theater; Theater der Grausamkeit; Avantgardetheater
Personenanzahl: mindestens 15; davon mindestens 4 männlich, 3 weiblich, ansonsten variabel
Spielzeit: Ca. 100 Minuten
Leseprobe
Personen in der Leseprobe:
Frankie - Der Phantast
Nachbar - Der Voyeur
Nachbarin - Ein böses Omen
Priester - Ein gutes Omen
Eine Szene aus dem dritten Traum.
FRANKIE beginnt, kleine Gefrierbeutel zu holen, akribisch zu beschriften und die Körperteile darin einzutüten. Der NACHBAR trägt sie zu dem Sarg und legt sie hinein wie in eine Gefriertruhe. Danach wird der Tisch gedeckt und der Kopf so darauf platziert, dass er beim Verspeisen seines Körpers zusehen kann. Währenddessen die NACHBARIN und der PRIESTER vorne auf, mit dem Blick nach oben gerichtet.
Nachbarin: Sehen Sie, Herr Pfarrer, dort an der Decke!
Priester: Tausend schwarze Fliegen tummeln sich schon!
Nachbarin: Er hat sie nicht mit Intention erschaffen. Welch ein unachtsamer Gott er doch ist.
Priester: Nur den Kopf will er behalten, als Freund und Begleiter. Schon beginnt er zu faulen.
Nachbarin: Maden durchfressen sein fahles Haupt, bahnen sich den Weg durch die Sockel seiner Augäpfel ans Licht.
Priester: Ein Gast am Essenstisch ist er nun, darf schauen, wie sein Leib eins wird mit seinem Erschaffer!
Nachbarin: Mit seinem Bewahrer!
Priester: Seinem Zerstörer!
Nachbarin: Doch die Fliegen, sie färben den Himmel in ewiger Finsternis!
Priester: Und er hasst, was er erschuf.
Nachbarin: So fängt er sie ein, mit Honig und reißt ihnen die Flügel und die Beine einzeln aus. Sein Recht zu erschaffen, wird zu seinem Recht zu zerstören.
Priester: Tausend schwarze Fliegen -
Nachbarin: Alle Blumenkränze verwelken -
Priester: - sterben tausend Tode -
Nachbarin: - lang ist die Ehe schon her –
Priester: - erwarteten so viel vom Leben -
Nachbarin: - und wer den Brautstrauß fängt -
Priester: - sind dann doch nur enttäuscht.
Nachbarin: - darf ihn sich im nächsten Jahr auf dem eigenen Sarg platzieren.
Priester: Da will er dinieren.
Nachbarin: Hoffentlich schmeckt es.
Priester: Auch ich bekomme Appetit, seh ich im so dabei zu.
Nachbarin: Dann lassen Sie uns speisen, Herr Pfarrer. Beide ab.
Neugierig geworden? Über Aufführungsrechte lasse ich gerne mit mir reden - es geht mir nicht darum, irgendjemanden auszunehmen, sondern vor allem, die Stücke einmal auf einer Bühne zu sehen. :)
Kleinere Theatergruppen und Non-Profit-Theater sind herzlich willkommen, wir finden dann bestimmt eine Einigung, mit der alle Parteien zufrieden sind.
Anfragen gerne an: david.st.bauer@gmail.com